Als Agent agieren, Ali-Shaheed ausspionieren

Heute haben wir mit dem Spiel “Alpha Protocol” angefangen. Es handelt sich hierbei um ein älteres Spiel der Spieleschmiede “Obsidian Entertainment” aus dem Jahre 2010. Genre-technisch ist es dem “Action-Rollenspiel” zuzuordnen. Das bedeutet, dass wir eher minimale Rollenspiel-Mechaniken/Regeln und einen Fokus auf Action, also einen größeren Fokus auf das audiovisuelle Erlebnis, erwarten können.

Besonders wichtig zu erwähnen ist hier, dass unter anderem der namhafte Game Designer “Chris Avellone” dieses Spionage-RPG gestaltet hat und weil dieser für seine etwas unkonventionelle Art bekannt ist, wartet auch Alpha Protocol mit einer Besonderheit auf. Nämlich das sonderbare Dialogsystem. Die Dialog-Entscheidungen sind alle mit einem Zeitlimit versehen, was erstmal “nervig” klingt, jedoch ist es oft dem Spielgefühl zuträglich. In manchen Fällen, besonders dann, wenn das Gesagte auch in einem ruhigen Kontext geschieht, wirkt dieser Zeitdruck sehr überflüssig. Eine weitere Besonderheit des Dialogsystems ist die Tatsache, dass der Spielende immer die Wahl zwischen “Gefühlen” bzw. Verben oder Adjektiven und oft auch nur einzelnen Worten hat. Somit gibt es Dialogoptionen wie “Professionell”, “Aggressiv” oder “Verschonen”. Das löst direkt mehrere Game Design Probleme, die besonders bei Spielen wie Mass Effect auffallen. Zum einen kann der Spielende solche Dialogoptionen nicht gedanklich “vorbelegen”, wodurch es deutlich seltener vorkommt, dass sich über das vom Spiel-Charakter tatsächlich Gesprochene gewundert wird (“Auswahltexte stimmen nicht immer mit Antworten überein”). Außerdem ist es auch bedeutend einfacher solche einzelnen Worte korrekt und treffend zu übersetzen. Jedoch wirft diese Entscheidung ein anderes “Problem” auf, denn der Spielende nimmt dadurch eher die Beobachter-Position ein, weil man im Dialog eher die “Richtung” steuert, während es in Mass Effect konkrete Antwortmöglichkeiten gibt.

Ich werde versuchen pro Artikel zum Spiel ein wenig auf Game Design Auffälligkeiten einzugehen und weniger auf die konkrete Story, diese kann man sicherlich besser über das YouTube Video verfolgen.